Wahl des 38 jährigen kasachischen, milliardenschweren Unternehmers Timur Turlov zum neuen FIDE Präsidenten

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9/27/20264 min read

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Während der letzten Monate war Viswanathan Anand zwischenzeitlich FIDE Interimspräsident und nun wieder nach den Wahlen des neuen FIDE Präsidenten Vize.

Arkady Dvorkovich - bis dahin Präsident der FIDE - hatte beschlossen, während der Dauer der Anklage, sein Amtsausführung niederzulegen, nachdem die EU den russischstämmigen auf eine Sanktionsliste gesetzt hatte. Dvorkovich bestreitet ein Fehlverhalten und wird mit legalen Mitteln gegen den Entscheid vorgehen.

In Folge dessen wurde im Rahmen der Schacholympiade nun ein neuer Präsident gewählt.

Timur Turlov, kasachischer Milliardär, zum neuen FIDE-Präsidenten gewählt

Timur Turlov ist neuer Präsident des Weltschachbundes FIDE. Der 38-jährige Kasache setzte sich am 26. September in Samarkand in der Stichwahl gegen den deutschen Kandidaten Wadim Rosenstein (auch keine 40 Jahre alt) durch. Turlov erhielt 110 Stimmen, Rosenstein 85. Im ersten Wahlgang war der deutsche Unternehmer Jan Henric Buettner ausgeschieden. Turlov folgt auf Arkadi Dworkowitsch. Viswanathan Anand bleibt Vizepräsident der FIDE.

Die Wahl verbindet damit einen personellen Wechsel mit einem Element der Kontinuität. Anand hatte bereits unter Dworkowitsch eine führende Funktion inne und übernahm zeitweise auch Aufgaben des Präsidenten. Turlov selbst ist seit 2023 Präsident des kasachischen Schachverbandes und steht als Unternehmer an der Spitze von Freedom Holding. Das Unternehmen engagiert sich finanziell im internationalen Schachsport, so stht es auch hinter dem Kandidatenturnier und der WM-Ausrichtung in Genf diesen Winter.

Vor der Wahl hatte sich der Schweizerische Schachbund für Turlov ausgesprochen. In seiner Stellungnahme hob der SSB vor allem dessen unternehmerische Erfahrung, seine technologischen Pläne und seine Unterstützung für Schachveranstaltungen hervor. In einer Stellungnahme, stellte der SSB klar, dass er selber nicht an die Finanzierung des Matches involviert sei und sich laut Aeschbach "... zwecks Erhöhung der Popularität des Schach in der Schweiz gegebenenfalls Sideline-Events organisieren" würde.

Der Deutsche Schachbund hatte dagegen Wadim Rosenstein unterstützt. Nach der Wahl erklärte der DSB, das Ergebnis zeige neben der Entscheidung für Turlov auch deutliche Stimmen nach Veränderungen innerhalb der FIDE. Im Mittelpunkt standen dabei Forderungen nach mehr Transparenz, einer modernen Verbandsstruktur und größerer Unabhängigkeit von politischen Einflüssen.

Eine dritte Perspektive nahm die Deutsche Welle in ihrer Recherche vor der Wahl zum FIDE-Präsidium ein. Sie untersuchte die geschäftlichen und politischen Verbindungen der Kandidaten. Bei der krtitischen Brichterstattung wurden unter anderem Turlovs Beziehungen zu Russland sowie Fragen im Zusammenhang mit Freedom Holding thematisiert. Zugleich stellte die Recherche von DW auch bei Rosenstein geschäftliche Verbindungen nach Russland und Fragen zu dessen Aktivitäten heraus.

ChessBase, eines der führenden und traditionsreichsten Unternehmen in der Schachwelt und seit neuestem im Besitz von Turlov, berichtete über Turlovs Wahlsieg und gab dabei im Wesentlichen die offizielle FIDE-Mitteilung wieder. Auf die kritischen Punkte der Recherche der Deutschen Welle ging der Bericht nicht näher ein. Die FIDE stellte in ihrer Mitteilung Turlovs unternehmerische Erfahrung, seine Investitionen in den Schachsport und seine Pläne für digitale Entwicklungen in den Vordergrund.

Aus der Ukraine kam vor der Wahl Kritik. Nach Angaben der Deutschen Welle wurde dort unter anderem ein möglicher Protest gegen Turlov und seine politischen beziehungsweise wirtschaftlichen Verbindungen in Betracht gezogen. Turlov versuchte zugleich, seine Kandidatur international breiter abzustützen, und stellte nach Angaben aus seinem Wahlkampfumfeld auch eine mögliche ukrainische Beteiligung an der FIDE-Führung in Aussicht. Bei der Wahl wurde nun Annad aber weiter als Vize aufgestellt.

Weitere Artikel zum Thema:

https://swisschess.ch/de/news/wahl-des-fide-prsidenten-der-ssb-untersttzt-timur-turlow

https://www.schachbund.de/news/timur-turlov-zum-neuen-fide-praesidenten-gewaehlt.html

https://en.chessbase.com/post/timur-turlov-elected-president-of-fide

https://www.fide.com/timur-turlov-elected-president-of-fide/

Weitere Artikel zum WM Kampf in Genf:

https://perlenvombodensee.de/2026/07/28/schach-wm-2026-in-genf-titelverteidiger-mit-formkrise-herausforderer-im-hoehenflug/

https://new.swisschess.dev/de/news/der-ssb-ist-nicht-in-die-finanzierung-des-wm-matchs-involviert

https://www.fide.com/salesforce-fide-world-championship-match-2026-schedule-format-and-prize-fund-confirmed/

https://indianexpress.com/article/sports/chess/viswanathan-anand-fide-deputy-president-timur-turlov-chess-federation-elections-10895140/

Hier geht es zum Statement der FIDE bezüglich Dvorkovich:

https://www.fide.com/statement-by-the-fide-president/

Hier findet sich die Sanktionsentscheidung der EU:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=OJ%3AL_202601845

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